Biodünger

Düngen & Boden

Biologisch düngen

Der Begriff Bio ist zu einem Allerweltsbegriff geworden, und er steht für eine Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft. Mit konventionell bezeichnen wir die Landwirtschaft der letzten 50-80 Jahre. Einer Landwirtschaft, in der mit Tieren wie mit industrieller Ware umgegangen wird, genveränderte Nahrungsmittel erzeugt und Kunstdünger und Gifte eingesetzt werden. Eine Landwirtschaft, die Nahrungsmittel erzeugt, keine … Weiterlesen

Der Begriff Bio ist zu einem Allerweltsbegriff geworden, und er steht für eine Abkehr von der konventionellen Landwirtschaft. Mit konventionell bezeichnen wir die Landwirtschaft der letzten 50-80 Jahre. Einer Landwirtschaft, in der mit Tieren wie mit industrieller Ware umgegangen wird, genveränderte Nahrungsmittel erzeugt und Kunstdünger und Gifte eingesetzt werden. Eine Landwirtschaft, die Nahrungsmittel erzeugt, keine Lebensmittel, und dies unter Ausbeutung des Bodens und Missachtung der Schöpfung.

 

Unter Bio verstehen wir etwas, was auf das Wesen von Boden, Pflanzen und Tieren mehr Rücksicht nimmt als die konventionelle Landwirtschaft – also in einer Art, wie es unsere Vorfahren seit Urzeiten betrieben. Zwischen der konventionellen Landwirtschaft und dem „Wirtschaften“ der Natur gibt es viele Zwischenschritte, und es ist müßig zu sagen, welcher der Richtige ist.

 

Wichtig ist für uns, wieder zu erkennen, dass in der Natur unzählig viele Lebewesen auf komplexe Art zusammenleben und voneinander abhängig sind, um ein funktionierendes Ganzes zu erhalten.
Diese Sichtweise haben wir leider mit der Industrialisierung und den vielen damit verbundenen Erfolgen verloren. Wichtig für uns ist, eine gewisse Technikblindheit und die damit verbundene Arroganz abzulegen und zu erkennen, dass die Natur in vielen Fällen Lösungen bietet, die viel mächtiger sind als unsere, und die uns und unsere Kinder weiter und zielsicherer in die Zukunft führen können.

 

Doch nun zurück zum Düngen. In der Natur gibt es keine Intensiv- und Monokulturen, die dem Boden einseitig und übermäßig Nährstoffe entziehen. Vielmehr wachsen verschiedene Pflanzen nebeneinander, die dem Boden unterschiedliche Nährstoffe entziehen und sich oft sogar gegenseitig fördern. Verwelkte Pflanzenteile bleiben an Ort und Stelle liegen, zerfallen wieder und bilden so die Nahrung für das kommende Wachstum. Die Natur hilft sich mit ihren Kreisläufen selbst.

 

Ganz anders ist dies in unseren Gärten und auf unseren Feldern. Hier bestimmen wir, was wo und in welcher Menge wachsen soll, mit möglichst maximalem Ertrag. Damit entziehen wir dem Boden mehr Nährstoffe als auf natürlichem Wege zugeführt werden und müssen düngen.

 

Was uns viele Jahre nicht bewusst war, ist die Bedeutung eines gesunden Bodens für Gesundheit und Ertrag unserer Pflanzen. Also kommt unserem Umgang mit dem Boden bzw. der Pflege unseres Bodens eine Schlüsselstellung zu! Diese beinhaltet insbesondere Bewahrung und Förderung des vielfältigen Bodenlebens, Bewahrung bzw. Aufbau des Humusanteils im Boden und Vermeidung von Bodenerosion.

 

Das Forttragen des Bodens, also die Erosion, können wir durch Abdecken des Bodens (Mulchen) oder Bepflanzen verhindern. Einen Humusaufbau erreichen wir durch regelmäßiges Einbringen organischen Materials in den Boden, wie zum Beispiel untergegrabene Gründüngung oder Kompost.

 

Das Bodenleben können wir erhalten, indem wir beim Düngen nur Stoffe einbringen, die das Leben im Boden fördern und nicht abtöten. Dies sind im wesentlichen Stoffe, die vom Leben im Boden erst zersetzt werden müssen, um die darin enthaltenen Nährstoffe freizusetzen. Im Gegensatz dazu sind beim Kunstdünger die Nährstoffe in großer Menge sofort verfügbar, überschwemmen den Boden mit Nährstoffen und schaden dadurch dem Bodenleben.

 

Stoffe, die Pflanzen ernähren und das Bodenleben fördern, gibt es viele. Die einen sind von Bioverbänden zugelassen, die anderen nicht. Ob die zugelassenen letztendlich besser sind, bleibt dahingestellt und hat auch mit Politik zu tun. Letztendlich ist es zweitrangig, mit was wir unseren Boden düngen, solange es ihm zuträglich ist, keine Gifte und wenig Salz einbringt und keine genveränderten Substanzen enthält. Auch hier hilft uns der gesunde Menschenverstand weiter.

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