Blattährengras

Düngen & Boden

Ernte

Ob zwischen Enttäuschung und Erkenntnis ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist schwer zu sagen. Dass Enttäuschungen dagegen die Chance bieten, zu einer Erkenntnis zu gelangen und dadurch zu lernen, ist sicher. Also wieder die Erkenntnis, dass schwere Zeiten die Chance zur Weiterentwicklung bieten, während wir in guten Zeiten eher in unserer Entwicklung stehen bleiben. Über meine … Weiterlesen

Ob zwischen Enttäuschung und Erkenntnis ein ursächlicher Zusammenhang besteht, ist schwer zu sagen. Dass Enttäuschungen dagegen die Chance bieten, zu einer Erkenntnis zu gelangen und dadurch zu lernen, ist sicher. Also wieder die Erkenntnis, dass schwere Zeiten die Chance zur Weiterentwicklung bieten, während wir in guten Zeiten eher in unserer Entwicklung stehen bleiben.


Über meine diesjährige Ernte von gelben und roten Rüben war ich enttäuscht. Sie wollten einfach keine langen Wurzeln ausbilden. Dies, obwohl ich sie mit meinem neuen Dünger optimal ernährte und Anwender meines Düngers in breiter Front tolle Ergebnisse erzielten. Irgendwie verstand ich die Welt nicht mehr. Was war passiert?

Ein Büchlein über „Kompost, Erde, Düngung“, ein sehr empfehlenswertes übrigens (Robert Sulzberger, BLV-Verlag 2012), öffnete mir die Augen. Wieder einmal ist der Erfolg eben nicht nur von einem Faktor abhängig. Wie soll eine -selbst wohlgenährte – Pflanze gut wachsen, wenn der Boden nicht passt, also zu schwer oder zu leicht ist?

 

Mit diesem Thema bin ich nun ganz schnell mitten in einem der alten Grabenkriege, der das Umgraben betrifft. Vor einigen Jahren schloss ich mich der Seite an, die Umgraben verpönt, um das sensible Leben der verschiedenen Bodenschichten nicht zu stören. Hier ließ ich mich von einer pauschalen Aussage verführen, ohne ausreichend darüber nachzudenken.

 

Sandböden, bei denen die Bodenteilchen nicht verkleben, und leichte bis mittlere Böden, die durch eine winterliche Mulchdecke gut zu pflegen sind, müssen nicht umgegraben werden. Bei schweren Tonböden dagegen ist das herbstliche Umgraben angebracht: durch Belüftung und Zerkleinerung der Erdschollen durch Frost lassen sich diese Böden entwickeln. Längerfristig wird dadurch eine bessere, gare Struktur erzielt und auch das Bodenleben verbessert.

 

Gesagt, getan. Nach einer 5 bis 10 Zentimeter starken gut entwickelten Bodenschicht bin ich auf verdichteten Lehmboden gestoßen, den wir hier auch „Letten“ nennen. Kein Wunder, dass mein Wurzelgemüse nicht wollte. Mit gutem Gefühl nahm ich meine Grabegabel vom Haken und brach meinen Boden – nach vielen Jahren – wieder um.

 

Mit müden Gliedern und dem Gefühl, meinem Boden etwas Gutes getan und meinen Erfahrungsschatz um diesen Punkt vergrößert zu haben, stehe ich unter der warmen Dusche und wasche mir den Schweiß von der Stirn. Der nächste Sommer wird es – zumindest in Ansätzen – zeigen.

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