Moose auf Steinmauer

Düngen & Boden

Nachhaltige Bewirtschaftung unserer Gärten

Ein Weg in die Zukunft

Die Bewahrung unserer Erde als Lebensgrundlage für uns alle und für die folgenden Generationen ist für mich zu einer Herzensangelegenheit geworden.

Grundlage unseres Lebens auf dieser Erde ist die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierreich, deren Arbeitsteilung, Vernetzung und Kreisläufe. Es ist ein System, das sich nicht nur in Jahrmillionen selbst entwickelt und optimiert hat, sondern das dauerhaft lebens- und überlebensfähig ist. Ein zentraler Punkt dieses Systems ist die Fruchtbarkeit unserer Böden und ihre Fähigkeit, vitale Pflanzen zu erzeugen. Dieses System ist in der Lage, seine Bewohner nicht nur zu ernähren sondern dauerhaft gesund zu erhalten. Es wird nicht von großen, alleskönnenden Maschinen, wie wir es aus unserer heutigen Zeit kennen, erhalten, sondern von einer unvorstellbaren Zahl von Individuen, die, äußerst arbeitsteilig, für diese Kreisläufe und damit für uns arbeiten.

Im Moment sind wir dabei, dieses System, das uns dauerhaft ernähren und uns auf dieser Erde eine Heimat bieten kann, in großen Schritten zu zerstören. Und wir wollen nicht wahrhaben, dass wir dabei mit Vollgas auf eine Wand zufahren. Verantwortlich sind wir dabei alle. Wir, aufgrund unseres Konsumverhaltens, unsere Politiker, die vielmehr die Interessen der Agrarindustrie als unsere vertreten, und die Agrarindustrie, die wider besseren Wissens durch kurzsichtige Unternehmenserfolge getrieben ist.

In unserem Wahn nach Allmacht, Bequemlichkeit und Gier haben wir in der Landwirtschaft ein System entwickelt, das versucht, mit großem Einsatz von Subventionen, Energie, Chemie, Giften und schweren Maschinen möglichst mannlos unsere Nahrungsmittel zu erzeugen. Die Auswirkungen dieser mechanischen und chemischen Zerstörung unserer Böden sind verheerend: Durch die Zerstörung der Kreisläufe im Boden und der damit einhergehenden Absenkung der Humusgehalte verlieren die Bodenpartikel ihren Zusammenhalt und die Böden ihre „Offenporigkeit“ zur Aufnahme von Wasser. Diese Böden, die sich über tausende von Jahren entwickelten, werden dadurch anfällig für Erosion durch Wind und Regen. Eine verminderte Aufnahmefähigkeit für Wasser begünstigt Überschwemmungen bei stärkeren Regenfällen. Das mit dem Pflügen verbundene tiefe Wenden des Bodens bringt das Bodenleben „durcheinander“ und setzt den im Boden dauerhaft gespeicherten Kohlenstoff frei, was zu einer gravierenden weiteren CO2-Belastung unserer Atmosphäre führt.

Ein weiterer Aspekt unserer industriellen Landwirtschaft ist die Beschränkung auf wenige Sorten, die angebaut werden. Diese Sorten sind, im Gegensatz zu den früher verwendeten und von unseren Vorfahren für die jeweiligen Standorte optimierten Sorten, nicht auf die verschiedenen Standorte und Mikroklimata angepasst. Sie sind damit anfälliger für Krankheiten und wachsen oft nur unter Schutz von chemischen Keulen.

Um die durch die „zentrale“ Produktion in Großbetrieben erzeugten Nahrungsmittel zu uns zu bringen, fallen aufwendige Transportwege und viel Verpackungsmüll an. Von den in dieser Produktionsweise immer wieder auftretenden Skandalen sind wir alle betroffen.

Unsere Gesundheit hängt signifikant von der Qualität, sprich Gesundheit unserer Lebensmittel ab. Gesunde Tiere und gesunde Pflanzen benötigen einen gesunden Boden, und dieser wiederum „gesunde“ Kreisläufe in der Bewirtschaftung. Diese sind bei unserer industriellen Landwirtschaft nicht mehr gegeben.

Die Bewahrung unserer Lebensgrundlage geht uns alle an, nicht nur die Anderen, sondern ganz besonders dich und mich. Sie ist nicht nur unsere Aufgabe, sondern unsere Verantwortung folgenden Generationen gegenüber.

Ein Aspekt auf unserem Weg in eine tragfähige Zukunft, den wir selbst in die Hand nehmen können, ist eine naturverträgliche Bewirtschaftung unserer eigenen Gärten und Grundstücke. Wir können dies selbst in die Hand nehmen, durch eine nachhaltige Pflege und Bewirtschaftung unserer Böden, durch den Verzicht auf Kunstdünger und Giften (Pflanzenschutzmitteln), durch die Schaffung von Lebensräumen für die heimische Tier- und Pflanzenwelt und durch die Bewahrung von regionalen Obst- und Gemüsesorten durch eigenen Anbau. Dazu möchte ich Sie mit einer Reihe von nach und nach erscheinenden Beiträgen sensibilisieren, begeistern und Anleitungen an die Hand geben.

Dazu gehören Beiträge über den Aufbau unserer Böden, das Leben im Boden und die Funktionsweise gesunder Böden ebenso wie Methoden und Philosophien zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Böden, der Förderung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt in unseren Gärten und last but not least Hinweise auf Pilotprojekte, Projekte für eigene Ideen, Literaturhinweise und Links.

Das ganze Thema lebt von der Weitergabe unserer eigenen Erfahrungen und dem überspringenden Funken unserer Begeisterung. Nicht nur deshalb freue ich mich auch auf einen regen Dialog mit Ihnen.

 

Junge Äste entwickeln.
Frische Spuren verfolgen.
Neue Wege suchen.

Welch schöne Aussichten!

 
Böden, also die dünne Schicht zwischen Grundgestein und Atmosphäre, sind die grundlegende Ressource der Menschheit. Als Grundlage aller terrestrischen Ecosysteme ermöglichen Sie das Wachstum von Pflanzen, die auch unsere Ernährung darstellen und den für uns lebensnotwendigen Sauerstoff bilden.

Böden sorgen einerseits durch die in ihnen vorhandenen biologischen Gleichgewichte und ablaufenden Kreisläufe für alles, was das Leben auf diesem Planeten benötigt. Die Pflanzen, die auf ihnen wachsen und die Tiere, die in ihnen leben, sind andererseits wiederum an der Entwicklung und Bildung der Böden selbst beteiligt. Das Verständnis dieser Wechselbeziehung ist die Grundlage für einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit unseren Böden und für unseren Erfolg im eigenen Garten.

Das Leben im Boden ist äußerst komplex und spannend und wir sind weit davon entfernt, die Geheimnisse des Bodens entschlüsselt zu haben. Haben Sie sich schon einmal gefragt, aus was Böden bestehen, wie sie funktionieren, wen sie beherbergen und wie sie gebildet werden?

Link zum Beitrag: Der Aufbau unserer Böden

Link zum Beitrag: Das Leben im Boden

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